Die Wasserkunst an der Saale spielte über Jahrhunderte eine zentrale Rolle in Halle (Saale), indem sie die städtische Wasserversorgung sicherte und Wachstum sowie Hygiene förderte. Im späten Mittelalter entstand die erste bedeutende Anlage 1474 an der Neumühle, die mithilfe eines Wasserrades Wasser in ein Leitungsnetz beförderte. Diese Ingenieursleistung verband Technik mit Präzision und versorgte über Jahrhunderte öffentliche Brunnen, Bürgerhäuser und Märkte. Mit der Industrialisierung und den gestiegenen Anforderungen an Hygiene wurde die Wasserkunst jedoch 1868 durch ein modernes Wasserwerk abgelöst. Trotz der Nichtexistenz bleibt die Wasserkunst ein wichtiges Kapitel der Stadtgeschichte und symbolisiert den Übergang zur modernen Infrastruktur. Sie war Halles erstes großes Wasserwerk und eine Lebensader der Stadt für über 350 Jahre.
