Die Ursprünge des Gasthauses reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Der Name „Grüner Kranz“ hängt vermutlich mit alter Brautradition zusammen. Wenn selbst gebrautes Bier fertig war, wurde ein grüner Kranz oder ein Bündel frischer Zweige ausgehängt, um den Ausschank anzuzeigen. Daraus entwickelte sich der Name vieler Gaststätten mit ähnlicher Bezeichnung.
Besonders berühmt wurde der „Krug zum grünen Kranze“ durch das gleichnamige Volkslied „Im Krug zum grünen Kranze“. Der Dichter Wilhelm Müller schrieb das Gedicht im Jahr 1821 nach einem Aufenthalt im Gasthaus. Das Lied entwickelte sich später zu einem der bekanntesten deutschen Volks- und Wanderlieder. Damit besitzt der „Krug zum grünen Kranze“ eine außergewöhnliche Besonderheit: Er ist eines der wenigen Wirtshäuser, das durch ein eigenes Lied weltweite Bekanntheit erlangte.
Im Laufe der Zeit kehrten zahlreiche bekannte Persönlichkeiten im „Krug“ ein. Überliefert ist, dass neben Wilhelm Müller auch Joseph von Eichendorff und möglicherweise die Brüder Grimm dort zu Gast waren. Dadurch wurde die Gaststätte zu einem Treffpunkt von Künstlern, Studenten und Reisenden der Romantik.
Auch im 20. Jahrhundert blieb der „Krug zum grünen Kranze“ weithin bekannt. In der DDR diente das Gasthaus als Kulisse für die Fernsehsendung „Im Krug zum grünen Kranze“, die volkstümliche Musik und Unterhaltung präsentierte und das Haus überregional berühmt machte. Von 1983 bis 1991 wurden dort zahlreiche Sendungen aufgezeichnet.
Heute verbindet der „Krug zum grünen Kranze“ historische Tradition mit moderner Gastronomie. Der Biergarten unter alten Bäumen, die Nähe zur Saale und die Möglichkeit, Schifffahrten mit einem Besuch zu verbinden, machen das Haus weiterhin zu einem beliebten Ziel für Ausflüge, Familienfeiern und kulturelle Veranstaltungen.
Der „Krug zum grünen Kranze“ ist damit nicht nur ein Restaurant, sondern auch ein Stück hallescher Geschichte und deutscher Kulturtradition