Erlebe die Stadt zwischen Realität, Cartoon und Comic – spannend, kreativ und voller mittelalterlicher Atmosphäre.
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Pest- oder Betsäule

Die sogenannte Pestsäule, offiziell Betsäule von Halle, ist eines der ältesten mittelalterlichen Denkmäler der Stadt und befindet sich heute am Universitätsring nahe dem Kaulenberg. Sie entstand im Jahr 1455 und erinnert an die überwundenen Pestepidemien von 1449 und 1452.

Die Säule wurde ursprünglich außerhalb der damaligen Stadtmauern am heutigen Riebeckplatz errichtet, unweit des mittelalterlichen Galgens und an wichtigen Handelswegen nach Magdeburg, Leipzig und Merseburg. Dort diente sie Reisenden, Fuhrleuten und Pilgern als Ort des Gebets und der Andacht. Auch zum Tode Verurteilte konnten vor ihrer Hinrichtung an der Säule beten.

Baulich handelt es sich um einen gotischen Bildstock. Die Betsäule besitzt einen sich nach oben verjüngenden Sockel und Reliefdarstellungen aus dem Leben Christi. Eine Seite zeigt die Kreuzigung Jesu mit Maria, Johannes und Maria Magdalena, die andere die Kreuztragung Christi. Den oberen Abschluss bildet kunstvolles gotisches Maßwerk.

Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Säule mehrfach ihren Standort. Wegen des Umbaus des Riebeckplatzes wurde sie 1928 zum Franckeplatz versetzt. Während des Baus der Hochstraße musste sie erneut weichen und erhielt 1972 ihren heutigen Platz am Universitätsring. Eine umfassende Restaurierung erfolgte 2012.

Die Betsäule besitzt für Halle besondere Bedeutung, weil sie als einzige erhaltene mittelalterliche Freiplastik der Stadt gilt. Sie erinnert nicht nur an die Angst vor der Pest im Mittelalter, sondern auch an den tiefen religiösen Glauben der damaligen Bevölkerung.