Erlebe die Stadt zwischen Realität, Cartoon und Comic – spannend, kreativ und voller mittelalterlicher Atmosphäre.
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Johannishospiz

Das sogenannte Johannishospiz in Halle geht auf ein mittelalterliches Hospital zurück, das bereits im Jahr 1220 gegründet wurde. Initiator war der erzbischöfliche Marschall Wichmann, der nördlich der Moritzkirche ein Hospital mit angeschlossener Johanniskapelle errichten ließ. Zweck dieser Einrichtung war die Versorgung und „Unterhaltung“ armer, hilfsbedürftiger Menschen. 

In historischen Urkunden erscheint das Hospital später unter dem lateinischen Namen domus hospitalis sancti Johannis eidem ecclesie sancti Mauricii pertinentis, was die Zugehörigkeit zur Moritzkirche und deren Gemeinde unterstreicht. 

Im Verlauf der Stadtgeschichte wurde das Johannishospiz mehrfach umgestaltet:

  • 1529 wurde im Rahmen der städtebaulichen Umgestaltungen das Cyriakushospital hierher verlegt. Im Zuge dessen entstand ein erweiterter und neu gebauter Komplex.
  • 1571–1576 wurden Hospitalstrukturen schließlich nach Glaucha verlegt. Anschließend dienten die ursprünglichen Bauten für verschiedene Nutzungen, etwa als Privatwohnungen oder als „Talzimmerhaus“ des Talgerichts.

Die angeschlossene Kapelle überdauerte die Jahrhunderte nicht vollständig; sie wurde stufenweise umgebaut und schließlich abgerissen. Heute befindet sich an ihrer Stelle der Südwesteckenteil des Polizeipräsidiums Halle. 

Das ehemalige Johannishospital liegt zwischen der Moritzkirche und dem ehemaligen Polizeipräsidium in der Innenstadt von Halle (Saale). Früher unmittelbar am Wasser gelegen, wird es heute von der Straße Hallorenring begrenzt. 

Architektonisch zeigt der Bau noch Spuren seiner mittelalterlichen Anlage, auch wenn zahlreiche spätere Umbauten und Abbrüche die ursprüngliche Gestalt verändert haben. Ehemals besaß das Gebäude an beiden Giebelseiten Backsteingiebel, von denen heute nur noch Fragmente erhalten sind. 

Das Johannishospiz zählt zu den ältesten sozialen Einrichtungen der Stadt Halle. Es dokumentiert die frühe städtische Sozialfürsorge und die kirchlich geprägte Versorgung Bedürftiger im Mittelalter. Die Entwicklung des Hauses über die Jahrhunderte spiegelt zugleich die städtebaulichen und gesellschaftlichen Veränderungen der Stadt wider. 

Auch wenn das historische Gebäude heute nicht mehr als Hospiz im modernen Sinne funktioniert, ist es ein wichtiges Baudenkmal der Stadtgeschichte und erinnert an die lange Tradition der sozialen Hilfe in Halle.