Erlebe die Stadt zwischen Realität, Cartoon und Comic – spannend, kreativ und voller mittelalterlicher Atmosphäre.
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Goldenes Schlössschen

Mitten in der historischen Altstadt von Halle (Saale), in der Schmeerstraße, steht eines der ältesten und geschichtsträchtigsten Gebäude der Stadt: das „Goldene Schlösschen“. Hinter seiner vergleichsweise schlichten Fassade verbirgt sich ein Bauwerk, das über Jahrhunderte hinweg Zeuge bedeutender Ereignisse und Persönlichkeiten war.

Bereits 1412 wird das Haus erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1471 ließ es der wohlhabende hallesche Pfänner und Ratsherr Laurentius Prellwitz neu errichten. Prellwitz entstammte einer angesehenen Familie der Salzstadt, deren Wohlstand eng mit der halleschen Salzgewinnung verbunden war. Das Hauszeichen – ein vergoldetes Vorhängeschloss – verlieh dem Gebäude seinen bis heute bekannten Namen. Über dem Haus erhob sich einst sogar ein markanter Turm, der allerdings um 1750 verschwand.

Es war nicht nur Wohnhaus, sondern diente über lange Zeit auch als Herberge und Gasthof.

Besonders bekannt wurde das Goldene Schlösschen durch einen berühmten Gast: Martin Luther übernachtete hier am 5. August 1545, wenige Monate vor seinem Tod. Dadurch erhielt das Gebäude einen festen Platz in der Reformationsgeschichte Halles. Bis heute zählt es zu den Luther-Orten der Stadt.

Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich seine Nutzung. Aus dem einstigen Gasthof wurde um 1700 ein Wohnhaus. Teile der alten halleschen Stadtmauer waren in unmittelbarer Nähe noch lange sichtbar, ehe bauliche Veränderungen im 19. Jahrhundert diese Reste verschwinden ließen. Dennoch blieb das Goldene Schlösschen als Baudenkmal erhalten – ein seltenes Zeugnis mittelalterlicher Stadtgeschichte.

Bedeutung für Halle

Das Goldene Schlösschen steht sinnbildlich für:

  • den Reichtum der halleschen Pfännerschaft,
  • die mittelalterliche Baukunst der Stadt,
  • Halles Verbindung zur Reformation,
  • und die außergewöhnliche Geschichtsdichte der Altstadt.

Wer heute durch die Schmeerstraße geht, passiert nicht einfach nur ein altes Haus – sondern einen Ort, an dem sich Mittelalter, Reformation und Stadtentwicklung Halles auf einzigartige Weise begegnen.