Der Gesundbrunnen in Halle (Saale) ist eine historische Quelle, die sich an der Max-Lademann-Straße befindet und zu den ältesten Heilquellen der Stadt gehört. Bereits 1310 erstmals urkundlich erwähnt, wurde sie ursprünglich „Heiliger Born“ genannt und zog Menschen an, die Heilung suchten. Nach der Reformation geriet der Gesundbrunnen in Vergessenheit, erlebte jedoch während der Pestepidemien des 17. Jahrhunderts eine Wiederbelebung und erhielt seinen heutigen Namen.
Im 18. Jahrhundert, auf Initiative von König Friedrich I., wurde die Quelle renoviert und mit einem achteckigen Brunnenhaus überbaut. Johann Christian Reil, ein bedeutender Arzt, erwarb die Quelle 1807 und nutzte sie für seine Badeanstalt, wobei auch Wilhelm Grimm zu seinen Besuchern gehörte. Nach Reils Tod verfiel das Brunnenhaus, bis die Stadt Halle 1885 die Grundstücke übernahm und ein neues Brunnenhaus unter Stadtbaurat Carl Rehorst errichtete. Dieses ist heute ein denkmalgeschütztes Bauwerk mit einem achteckigen Grundriss und barock artiger Schweifhaube.
Das Quellwasser, reich an Mineralien, Eisen und Kohlensäure, wurde einst als Heilmittel geschätzt, wird heute jedoch nicht mehr für Kuren verwendet. Seit 2008 setzt sich ein Bürgerverein für die Pflege des historischen Brunnenhauses ein, das durch Spenden und ehrenamtliche Arbeit 2012 denkmalgerecht restauriert wurde. Der Gesundbrunnen bleibt ein bedeutendes Zeugnis der Stadtgeschichte und der alten Heil- und Badekultur in Halle.