Archäologische Funde belegen, dass der Bereich des heutigen Domplatzes bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war. Seine erhöhte Lage über der Saaleaue machte ihn zu einem idealen Siedlungsort. Historiker vermuten sogar, dass hier einer der ältesten Siedlungskerne Halles lag – möglicherweise in Verbindung mit dem bereits im Jahr 806 erwähnten Kastell „Halla“.
Im Mittelalter entstand an dieser Stelle ein Dominikanerkloster mit einer gotischen Klosterkirche. Diese Kirche wurde im 16. Jahrhundert unter Kardinal Albrecht von Brandenburg tiefgreifend umgestaltet und zur Stiftskirche erhoben – dem heutigen Hallescher Dom. Der Domplatz wurde zum geistlichen und politischen Zentrum Halles.
Der Hallesche Dom gilt als ältestes erhaltenes Kirchengebäude der Altstadt. Bemerkenswert ist seine ungewöhnliche Silhouette mit dem charakteristischen Kranz aus Rundgiebeln – ein Anblick, der den Domplatz bis heute prägt.
Zu Olearius‘ Zeiten (1667) hieß der Domplatz noch Domkirchhof. Im Mittelalter nannte man den Platz „bi sante Paule by den predigern“. Hier fanden auf dem Kirchhof bis 1545 Bestattungen von Hofbeamten und Gesinde statt. Im 17. Jahrhundert bekam der Platz seine heutige Gestalt. 1701 wurden Lindenbäume gepflanzt. 1919 erhält er Kandelaber mit elektrischem Licht.
In der Mitte des Platzes befindet sich seit 2012 ein moderner Brunnen – der „Lebenskreis“ –, der an die lange Geschichte des Ortes anknüpft.